Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden

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Inhalt: Fluss und Erosion

An der Mittelelbe zwischen den Ortschaften Mühlberg und Coswig/Anh. hat sich das Gewässerbett der Elbe über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren um durchschnittlich einen Meter eingetieft. Diese sich heute weiter stromab bis zur Saalemündung fortsetzenden Erosionstendenzen stellen eine zunehmende Gefährdung für die Standsicherheit und somit der Funktionsfähigkeit des Stromregelungssystems dar. Auch wirkt sich die Erosion, als Folge des Absinkens der mittleren Wasserstände, nachteilig auf den ufernahen Grundwasserhaushalt sowie die Wasserverhältnisse der Auen im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe und UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz aus. Darüber hinaus wird, wenn sich der Prozess fortsetzt, im Bereich Torgau (El-km 155) die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs beeinträchtigt, da sich hier eine quer zum Strombett verlaufende Felsrippe nicht mit der Erosion eintieft und somit lokal die Fahrrinnentiefe verringert.

Um der Erosion entgegen zu wirken, wird seit 1996 in der sogenannten "Erosionsstrecke" der Elbe ein Sand-Kiesgemisch als Ersatz für fehlendes natürliches Flussgeschiebe eingebracht. Diese Geschiebezugaben werden durch eine Projektgruppe bestehend aus Vertretern der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden und der Bundesanstalten für Gewässerkunde und Wasserbau fachwissenschaftlich begleitet. Unterstützt wird die Projektgruppe durch die Mitarbeit des Umweltministeriums des Freistaates Sachsen (SMUL) und des Landes Sachsen-Anhalt. Letzteres wird durch die Biosphärenreservatsverwaltung "Mittelelbe" im Landesverwaltungsamt vertreten.

Neben der dauerhaft notwendigen gezielten Zugabe von Geschiebematerial sind auch strombauliche Maßnahmen unterschiedlichster Art zur Eindämmung bzw. Reduzierung der Erosionstendenzen erforderlich.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) hat aufgrund der gemeinsamen Verantwortung für die Elbe zusammen mit den Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt ein "Sohlstabilisierungskonzept für die Elbe von Mühlberg bis zur Saalemündung" erarbeitet. Es bildet eine qualifizierte Grundlage für konkrete Maßnahmen gegen die Erosion zum Schutz der Elbaue.

Mit dem vorliegenden "Sohlstabilisierungskonzept für die Elbe von Mühlberg bis zur Saalemündung" ist die konzeptionelle Grundlage für die Erosionseindämmung aufgestellt. Unter Verweis auf vorhandene Untersuchungen zeigt es zukünftig notwendige Maßnahmen zur Eindämmung der Erosion bei gleichzeitiger Beibehaltung der natürlichen Sohldynamik auf. Aufgrund der streckenabhängigen unterschiedlichen Eignung und Wirkungsweise einzelner strombaulichen Maßnahmen werden verschiedene, für den jeweiligen Abschnitt optimierte Maßnahmenpakete benannt, die in ihrer Kombination die jeweils geeigneten Optionen aufweisen. Das Sohlstabilisierungskonzept beschränkt sich dabei auf die Benennung der jeweils in Frage kommenden technischen Maßnahmen ohne dabei Ausführungen zu möglicherweise im Einzelfall notwendigen rechtlichen Verfahrensweisen zu tätigen. Auch Betrachtungen im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der in Frage kommenden Maßnahmen bzw. Maßnahmenpakete sind nicht Bestandteil des vorliegenden Konzeptes. Beides bleibt einzelnen auf der Grundlage des Sohlstabilisierungskonzeptes zu erstellenden Projekten mit ihren jeweiligen Variantenuntersuchungen vorbehalten.

Download "Sohlstabilisierungskonzept für die Elbe von Mühlberg bis zur Saalemündung": Sohlstabilisierungskonzept 2009

Download "Vortrag des WSA Dresden zum Sohlstabilisierungskonzept, gehalten auf dem 13. WRRL-Forum des BUND am 21.05.2011 in Fulda": Vortrag_2011-05-21