Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden

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Inhalt: Fahrwasserkennzeichnung auf der Elbe

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war die Schifffahrt auf der Elbe eine schwierige, kostspielige, gefährliche und zeitaufwendige Angelegenheit. Eine Reise von Sachsen nach Hamburg und zurück dauerte in der Regel drei Monate. Gefahren wurde mit kleinen, vollständig aus Holz gebauten Fahrzeugen mit einer maximalen Tragfähigkeit bis 50 t. Meist wurde gesegelt. Stromaufwärts musste auch die menschliche Zugkraft in Anspruch genommen werden. 6 bis 10 Treidler, in Sachsen auch "Bomätscher" genannt, zogen bei Wind und Wetter die Schiffe mit einem am Mast befestigten Seil.

Talwärts war die Schifffahrt besonders bei Niedrigwasser mit großen Schwierigkeiten verbunden. Wegen der zahlreichen Untiefen, Inseln, Furten und Flussarmen war die Fahrt nur mit einem Lotsen möglich. Um Kosten zu sparen bildeten in der Regel mehrere Schiffe einen Verband und nahmen sich einen Lotsen, damals auch "Haupter" genannt. Dieser fuhr mit einem Handkahn voraus, peilte den Strom ab und steckte die Fahrt aus. Auf der rechten Seite mit "Mummen" (Buchenstangen, die mit einem Strohbündel versehen waren) und auf der linken Seite mit "Bloßen" (Stangen ohne Strohbündel). Am Schluss des Schiffskonvois fuhr ein zweiter Handkahn mit dem "Stocktrecker", der die Aufgabe hatte, die Markierung wieder zu entfernen. Dies war der Ursprung der Fahrwasserkennzeichnung.

Bis etwa 1970 wurde im sächsischen Elbabschnitt die Fahrwasserkennzeichnung mit Mummen und Bloßen beibehalten. Diese Mummen und Bloßen wurden auch als "Malstöcke" bezeichnet, weil sie Male darstellten, die dem Schiffer Hindernisse anzeigten. Entsprechend wurden die Arbeiter, die die Kennzeichnung durchführten, "Vermaler" genannt. Das Stecken der Malstöcke mit dem Maleisen war eine körperlich sehr schwere Arbeit. Aus diesem Grund wurden ab 1970 die Malstöcke durch "Stangenbober" ersetzt. Das waren 12 bis 15 Meter lange Fichtenstangen, die mit einem Kettenbündel auf dem Flussgrund verankert wurden. Die letzten 3 Meter der Stangen über Wasser waren auf dem rechten Ufer rot/weiß und auf dem linken Ufer grün/weiß gestrichen. Diese Art der Kennzeichnung ist auch heute noch üblich, wenn ein plötzlich aufgetretenes Hindernis bezeichnet werden muss.
Mit Einführung der Radarschifffahrt auf der Elbe 1990/1991 mussten die Stangenbober durch radartaugliche Zeichen ersetzt werden. Es kam die so genannte Einheitstonne mit Radarreflektoren zum Einsatz.

Eine rote Tonne mit zylindrischem Radarreflektor kennzeichnet die rechte Fahrrinneseite, eine grüne Tonne mit spitzem Radarreflektor die linke Seite, jeweils in Fließrichtung gesehen.

Rote und grüne Fahrrinnentonne