Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden

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Inhalt: Umwelt

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Wie verträgt sich die Schifffahrt mit Natur und Umwelt?

Binnenschiff und Umwelt


Welche Wirkung haben Stromregulierungsbauwerke auf Natur und Umwelt?

Durch Stromregulierungsbauwerke entstehen positive Wirkungen auf Natur und Umwelt. Zwischen Buhnen und hinter Parallelwerken können sich Stillwasserbereiche ausbilden, die beruhigte Lebensräume für Arten des Gewässers und der Gewässersohle bieten. Die Arten - Tiere und Pflanzen - sind somit nicht ständig der fließenden Welle ausgesetzt.


Welche Folgen haben die Unterhaltungsmaßnahmen für die Auenwälder?

Das vorhandene Stromregelungssystem besteht in seiner heutigen Form im Wesentlichen seit 150 Jahren und hat als Ergebnis des gegenseitigen Wechselspiels zwischen Strombaumaßnahmen und Auenökologie den heutigen wertvollen Naturbestand geschaffen.

Die Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe erhalten die Wirkung des Stromregelungssystems auf das Abflussgeschehen und unterstützen damit den Erhalt der Auenwälder. Die Auenwälder an der Elbe zwischen Mulde- und Saale-Mündung gehören zu den größten zusammenhängenden Auenwäldern Mitteleuropas. Sie sind Bestandteil des Biosphärenreservats "Mittlere Elbe", das in die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen und unter Schutz gestellt wurde.


Welche Gebiete zum Schutz der Natur gibt es entlang der Elbe?

Entlang der Elbe gibt es flächendeckend Schutzgebiete. Dies sind Nationalparks, Naturparks, Biosphärenreservate, Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, Vogelschutzgebiete und die zahlreichen Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete.

Nationalparks entlang der Elbe sind der Nationalpark "Riesengebirge" (Quellgebiet der Elbe in Tschechien), der Nationalpark "Sächsische Schweiz" (Elbsandsteingebirge in Sachsen) und der Nationalpark "Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" (Wattenmeer an der Nordsee-küste).

Das UNESCO-Biosphärenreservat "Flusslandschaft Elbe" verläuft über eine Länge von 400 km länderübergreifend von Sachsen-Anhalt bis Schleswig-Holstein entlang der Elbe. Innerhalb der einzelnen Bundesländer gliedert es sich in die Biosphärenreservate "Mittelelbe" (Sachsen-Anhalt), "Flusslandschaft Elbe-Brandenburg" (Brandenburg), "Niedersächsische Elbtalaue" (Niedersachsen) und den Naturpark "Mecklenburgisches Elbetal" (Mecklenburg-Vorpommern).

Von den Bundesländern wurden mehrere Gebiete entlang der Elbe als FFH-Gebiete (Natura 2000) zur EU gemeldet und zwischenzeitlich von der EU-Kommission als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung anerkannt. Diese Gebiete sind oft deckungsgleich mit anderen Schutzgebieten. Im unteren Bereich der Elbe sind mehrere Gebiete als Vogelschutzgebiete ausgewiesen.


Wie berücksichtigt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die Wasserrahmenrichtlinie?

Ziel der WRRL ist die Erreichung des guten ökologischen Zustands natürlicher Wasserkörper oder des guten ökologischen Potenzials künstlicher oder erheblich veränderter Wasserkörper. Diese Ziele wurden in Umsetzung der WRRL als Bewirtschaftungsziele in das Wasserhaushaltsgesetz überführt. Die für die Erreichung der Ziele erforderlichen Maßnahmen werden von den Ländern in einem Maßnahmenprogramm festgelegt. Soweit die Belange der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes berührt sind, erfolgt die Festlegung im Einvernehmen mit ihr.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes berücksichtigt bei Unterhaltungs- und Ausbaumaßnahmen - neben anderen Belangen - die maßgebenden Bewirtschaftungsziele der WRRL.


Wie ist die Situation der Fische in der Elbe?

Die Elbe war bis etwa 1920 ein sehr fischreicher Fluss mit hohen Fangerträgen. Durch die stetig zunehmende Einleitung von ungeklärten Abwässern aus den angrenzenden Städten und Industriestandorten wurde die Elbe zunehmend stark belastet und galt seit den 1950er Jahren als der am stärksten belastete Fluss Deutschlands. Die starke Verschmutzung der Elbe hatte erhebliche Auswirkungen auf den Fischbestand.

Nach der Wiedervereinigung hat sich die Gewässerqualität der Elbe durch den Bau von Kläranlagen und die Rücknahme von Einleitungen stetig verbessert. Die Elbe weist inzwischen wieder ein sehr artenreiches Fischspektrum auf, was den historischen Verhältnissen nahezu entspricht. Die Fische können innerhalb Deutschlands in der Elbe ungehindert wandern. Durch die Fischaufstiegshilfe an der Staustufe Geesthacht ist auch diese für die Fische passierbar geworden.


Können die Altarme und Altwasser an die Elbe angebunden werden?

Altarme und Altwasser können an die Elbe angebunden werden. Dies ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden und nicht in jedem Fall ökologisch sinnvoll. Für eine solche Maßnahme müssen Untersuchungen durchgeführt und konkrete ökologische Zielvorstellungen entwickelt werden, die dann mit den Belangen der Wasserwirtschaft, der Schifffahrt, der Eigentümer und sonstiger Dritter abgewogen werden. Die WSV steht der Anbindung von Altarmen und Altwassern positiv gegenüber.

Im Raum Roßlau/Vockerode wurde im Rahmen des EU-Projektes "Renaturierung von Fluss, Altwasser und Auenwald an der Mittleren Elbe" der Altarm "Kurzer Wurf" durch das Land Sachsen-Anhalt wieder an die Elbe angebunden.


Wie arbeitet die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit Landesbehörden und Umweltverbänden zusammen?

Bei allen Maßnahmen werden die Landesbehörden frühzeitig und umfassend eingebunden. Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost mit den Wasser- und Schifffahrtsämtern Dresden, Magdeburg und Lauenburg hat mit den Bundesländern an der Elbe zur Abstimmung von Unterhaltungsmaßnahmen "Handlungsempfehlungen" erarbeitet, die die Grundlage für eine vertrauensvolle und weitreichende Zusammenarbeit geschaffen haben.

Sollte für eine Maßnahme eine Planfeststellung oder Plangenehmigung erforderlich sein, werden auch die anerkannten Umweltverbände bei Eingriffen in Natur und Landschaft innerhalb ihres Aufgaben- und Zuständigkeitsbereichs beteiligt.